06. Juli 2026

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Gravelbike-Routen im Schwarzwald

Endlose Forstwege, stille Karseen und kaum Verkehr. Warum der Nordschwarzwald ein Gravel-Revier erster Güte ist.

Herbstlich verfärbte Laub- und Nadelbäume aus der Vogelperspektive.

Zwischen Rennrad und Mountainbike hat sich in den letzten Jahren eine eigene Disziplin etabliert, und kaum eine Landschaft passt so gut zu ihr wie der Nordschwarzwald. Gravelbikes wollen genau das, was es rund um Baiersbronn im Überfluss gibt. Kilometerlange Forst- und Schotterwege, wenig Verkehr, viel Wald und die Möglichkeit, Höhenzüge und Täler frei zu kombinieren.

Rund 1.000 Kilometer Wegenetz stehen Radfahrern in der Region zur Verfügung, ein großer Teil davon genau der Belag, für den diese Räder gebaut sind. Fester Schotter, verdichteter Waldboden, dazwischen kurze Asphaltstücke zum Verbinden.

Warum es hier so gut funktioniert

Die Schwarzwälder Forstwege sind für Gravelbikes wie gemacht. Breit genug zum Fahren im Tritt, griffig bei fast jedem Wetter und so dicht vernetzt, dass sich Runden in nahezu jeder Länge zusammenstellen lassen. Typische Touren bestehen zu etwa zwei Dritteln aus Schotter- und Waldwegen, der Rest sind ruhige Verbindungsstraßen.

Dazu kommt die Kulisse. Die Wege führen an dunklen Karseen vorbei, zu Aussichtspunkten über die Täler und durch die stillen Randzonen der Nationalparkregion, oft stundenlang, ohne dass ein Auto entgegenkommt.

“Schotter unterm Reifen, Tannen über dem Kopf und stundenlang kein Auto.”

Von der Genussrunde bis zur Höhenmeter-Schlacht

Für den Einstieg genügt eine entspannte Runde von etwa 30 Kilometern durch die Täler, zum Beispiel das Murgtal hinab und über Forstwege zurück. Wer mehr will, kombiniert die Höhenrücken. Bewährte Runden von Baiersbronn oder Freudenstadt aus bringen es auf 55 bis 70 Kilometer mit 1.400 bis 1.900 Höhenmetern, eine ehrliche Tagesaufgabe.

Gravel-Routen sind im Gelände nicht eigens ausgeschildert. Die bewährten Touren der Nationalparkregion und der Schwarzwald-Portale liegen aber als GPS-Tracks in den gängigen Apps bereit. Route aufs Gerät laden, losfahren.

Wanderer überqueren eine Holzbrücke über einen Bach im dichten Grün, aus der Vogelperspektive.

Brücken, Bäche und Karseen gehören zu jeder Gravel-Runde im Nordschwarzwald.

Planung, Wetter, Fahrweise

Drei Dinge sollte man einplanen. Erstens die Höhenlage. Viele Runden bewegen sich zwischen 600 und 1.000 Metern, das Wetter kann oben deutlich rauer sein als im Tal, eine Windjacke gehört immer ins Gepäck. Zweitens das Licht im Wald. Unter dichten Tannen wird es früher dunkel als auf offener Flur. Drittens die Rücksicht. Forstwege teilen sich Gravelbiker mit Wanderern, Förstern und gelegentlich Holztransportern.

Dafür entschädigt die Infrastruktur. Bewirtschaftete Hütten und Dörfer liegen so verteilt, dass sich Espresso- und Vesperpausen planen lassen wie Wegpunkte.

Sonnenstrahlen fallen schräg durch die Stämme eines Nadelwalds.

Auf den Forstwegen des Nordschwarzwalds ist man oft lange allein unterwegs.

Startrampe Obertal

Obertal ist für Graveler ein idealer Startpunkt. Das Tal liegt am oberen Ende des Murgtals, die Übergänge Richtung Zuflucht, Kniebis und Schwarzwaldhochstraße sind kurz. Wer möchte, sammelt die ersten 400 Höhenmeter direkt nach dem Frühstück. Vom Engel Obertal aus lassen sich Runden in drei Himmelsrichtungen starten, ganz ohne Anfahrt mit dem Auto.

Und wenn die Beine nach der Höhenmeter-Schlacht schwer sind, gilt dieselbe Regel wie bei allen Baiersbronner Ausdauersportarten. Der Weg in die Sauna ist kürzer als jeder Anstieg des Tages.

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